Brennnessel das unterschätzte Superfood in Garten und Küche

Eine Heilpflanze, die wohl am weitesten verbreitet, als Unkraut betitelt aber dennoch am meisten unterschätzt wird, ist wohl die Brennnessel (Urtica dioica). Dabei zählt Sie sehr wohl zu den Heilpflanzen und wird heute noch als begleitende Einsatzmöglichkeit bei Rheuma, Entzündungen oder Harnwegserkrankungen verwendet.

Die Brennessel kann bis zu 1,5 Meter hochwachsen und ihre Blätter haben ganz feine Härchen, die derart Pieksen, dass man sofort an eine Verbrennung denkt. Das liegt daran, dass Sie über Ameisensäure verfügt. Als Resultat der Berührung mit der Haut kann es rote Hautverfärbungen, schmerzende Verbrennungen und auch Quaddeln zur Folge haben. Sie wächst wie ein Unkraut meist an und zwischen Bäumen, auf Wiesen, Feldern und manchmal auch im eigenen Garten. Wer sie verdrängen möchte und als Unkraut am besten entfernen möchte, sollte zweimal nachdenken, denn man kann so einiges mit dieser wunderbaren Pflanze anstellen. Das möchte ich euch heute näher bringen und zeigen wie ihr sie für eure eigene Gesundheit, in der Küche und auch im Garten sinnvoll einsetzen könnt.

Brennnessel im Garten anbauen und einsetzen

Die wohl einfachste Möglichkeit sich mit dieser einmaligen Heilpflanze zu beschäftigen, ist wohl sie zunächst im Garten einzusetzen. So kann man sich erstmal ein wenig rantasten an den pieksigen Freund und lernt sie kennen. Und das ist ziemlich einfach, zumindest wenn man viel davon hat. Als sogenannte „Brennesseljauche“ zählt sie zu den besten natürlichen Düngern, die die Natur so hervorbringt. Er ist kostenfrei und frei von chemischen Produkten.

Am besten ist es, wenn ihr eine hintere Stelle im Garten habt, in der die Pflanze in Ruhe wachsen kann ohne vom Rasenmäher getötet zu werden. Dort kann dann im Mai mit der Ernte begonnen werden. Die großen Pflanzen werden mit der Sense abgetragen und in ein mit Regenwasser befüllte Tonne gegeben. Alle Blätter und Stengel müssen komplett bedeckt sein. Hier gilt auch nicht kleckern sondern klotzen, also viel Brennesseln sammeln heißt das Gebot der Stunde. Nun wird täglich die ganze Brühe umgerührt, bis sie gewaltig stinkt und keine Blasen mehr an der Oberfläche sind. Jetzt ist die Brennesseljauche nutzbar und zwar für andere Pflanzen in einem Verhältnis 1:20 bzw. 1:10.  Es ist der günstigste Flüssigdünger den ich kenne und er kann wöchentlich zum Giessen verwendet werden.

Wie auch einschlägige Gartenmagazine schreiben, ist die Brennnessel ein Heilkraut für Garten und Haushalt, denn man kann damit nicht nur düngen, sondern sogar den Zimmerpflanzen helfen Schädlinge wieder loszuwerden. Dies erreicht man damit, dass man die Jauche bereits nach 2 Tagen mittels Sprühflasche verwendet. Man sprüht dezent auf die befallenen Stellen der Pflanzen. Dessen Blattläuse ergreifen bereits nach kurzer Zeit die Flucht.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit ergibt sich im heimischen Kompost, der durch Zugabe der Brennesselblätter deutlich aufgewertet kann.

Brennnessel bei Gesundheitsbeschwerden selber einsetzen

Die Einsatzgebiete der Brennnessel sind äußerst vielfältig und erlauben ein breites Spektrum an begleitenden Maßnahmen. Aufgrund des hohen Eisengehaltes dieser Pflanze wird sie nicht zuletzt in Naturheilverfahren eingesetzt um immer währende Ermüdungszustände, Erschöpfüng oder Eisenmangel zu behandeln.

Gut zu wissen: Die Brennessel besitzt konzentriertere und umfangreichere Inhaltsstoffe als Spinat und sogar doppelt soviel Eisen wie ein Rindersteak

 

Hier ein gutes Video von zwei Veganern

Bei folgende Krankheitssymtomen kann die Brennessel außerdem eingesetzt werden

Harnwegsinfektion / Reizblase

Immer wenn es zu Erkrankungen der Harnwege kommt, können ärztlich „Aquaretika“ verordnet werden, welche auf natürlichem Wege für eine Spülung des Harnwegregion sorgen und Keime gezielt ausschwemmen. Die Brennnessel-Pflanze ist allerdings genau ein solches Aquaretika. Ein sehr hoher Gehalt an Kalium sorgt für eine gesteigerte Harnwegsfunktion, verdüntem Urin und einer basisch wirkenden Funktion.

So können zum Beispiel zu Hause sehr einfach Brennnessel-Tees getrunken werden und zusammen mit viel Wasser ein solcher Effekt hervorgerufen werden.

 

Arthritis

Diese Heilpflanze kann sogar bei Arthrose/Arthritis eingesetzt werden, denn sie wirkt bei entsprechendem Verzehr entzündungshemmend. Laut einer Studie der Uni Frankfurt erzeugte bereits eine tägliche Dosis von ca. 50-60g  Brennnesselmus den gleichen entzündungshemmenden Effekt wie 150 mg Schmerzmittel und das ohne Nebenwirkungen befürchten zu müssen. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sowei Schmerzen sanken bei den Probanden um bis zu 70%.

 

Prostataerkrankungen

Prostatatbeschwerden können bei Männer im gehobenen Alter bereits mit einer kleineren Vergrößerung der Prostata einhergehen und in Form von Nachtropfen und nächtlichen Harndrangs  vorkommen. Wie Forscher in einer Studie herausgefunden haben, konnte die regelmäßige Einnahme von Brennnesselextrakt die Beschwerden deutlich mindern und auch ganz verschwinden lassen.

Bluthochdruck

In der Literatur finden sich außerdem Berichte, dass die Brennessel-Heilpflanze bei regelmäßiger Einnahme zu einer Senkung des Bluthochdrucks geführt habe. Dies geschieht durch die verminderte Blutgerinnung und damit zu einer Verdünnung des Blutes.

Mit einem Brennnessel-Smoothie gesund entschlacken

Die Nährstoffe dieser Pflanze sind so immens groß und vielfältig, dass es hierzulande wohl kaum eine andere Pflanze gibt, die ergiebiger ist. Die einfachste Möglichkeit Sie zu sich zu nehmen und eine Entschlackungskur zu starten, ist der Verzehr als Salat oder zum Trinken als Brennnessel-Smoothie. Hier 1-2 Handvoll der Pflanze pflücken/ernten, abwaschen und zusammen mit anderen Gemüsesorten oder Obst in den Mixer damit.

Wem der Geschmack nicht süß genug ist, nimmt eine Banane dazu oder gießt Apfelsaft dazu. Bei regelmäßiger Einnahme besteht so die Möglcihkeit den Base-Haushalt wieder auf Vordermann zu bringen und den Körper zu Entschlacken / Gifte abzubauen. Ein echtes Superfood.